Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung in der heutigen Form wurde erst im Jahre 1995 eingeführt. Bis dahin war die Pflegebedürftigkeit ein Krankheit und die Krankenversicherungen und Krankenkassen, sowie die Sozialämter hatten für die Kosten pflegebedürftiger Menschen aufzukommen, wenn die Pflegebedürftigen selbst dazu nicht in der Lage und/oder ihre Familienangehörigen dazu nicht willens waren.

Wo liegt das Hauptproblem der Pflegeversicherung?

Die Lebenserwartung der Menschen nimmt stetig zu. Mit der Zunahme des Lebensalters nimmt auch die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen zu. Wo sich früher die Familienangehörigen um die Pflegebedürftigen gekümmert haben, muss heute die Pflegeversicherung bezahlen, zu Recht, wie jeder sagen wird, der in die Pflegeversicherung einbezahlt. Wie bei der Renten- und der Krankenversicherung wird es wieder auf einen Generationenvertrag hinauslaufen, der bei weiter fortschreitender Lebenserwartung irgendwann für die gesetzliche Pflegeversicherung nicht mehr bezahlbar ist. Deshalb ist es angeraten, bereits heute private Vorsorge für den Pflegefall zu treffen.

Die Entwicklung von Lebenserwartung und Pflegebedürftigkeit

Laut den aktuellen Sterbetafeln und der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes (22.08.2008) beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung für neugeborene Jungen 76,9 Jahre und für neugeborene Mädchen 82,3 Jahre. Auch für ältere Menschen ist die Lebenserwartung weiter angestiegen. Nach der (derzeit gültigen) Sterbetafel 2005/2007 beläuft sich die Lebenserwartung von 60-jährigen Männern auf weitere 20,7 Jahre. 60-jährige Frauen können statistisch gesehen mit weiteren 24,6 Lebensjahren rechnen. Aus der Sterbetafel 2005/2007 lässt sich auch ablesen, dass statistisch gesehen jeder zweite Mann zumindest 79 Jahre alt wird. Unter den Frauen kann jede zweite sogar ihren 85. Geburtstag erleben. 89% der Männer und 94% der Frauen können das 60. Lebensjahr vollenden.

Im Dezember 2007 waren 2,25 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI); die Mehrheit (68%) waren Frauen. 83% der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter; 35% waren 85 Jahre und älter.

Zunahme der Pflegebedürftigen / Quantität und Qualität

1999 gab es 2.019.000 Pflegebedürftige

2005 gab es 2.132.000 Pflegebedürftige

2007 gab es 2.250.000 Pflegebedürftige

Auf den ersten Blick scheinen sich die Zahlen nicht so dramatisch entwickelt zu haben. Wenn man aber bedenkt, dass zwischen 1999 und 2005, also innerhalb von 6 Jahre der Zuwachs der Pflegebedürftigen um 113.000 Personen gestiegen ist, im Zeitraum von 2005 bis 2007, also innerhalb weiterer 2 Jahre um 118.000 Personen, so sollte es doch zu denken geben.

2007 waren bereits knapp 300.000 Betroffene als schwerstpflegebedürftig in die Pflegestufe III eingestuft worden. Je älter die Menschen werden, umso stärker steigt auch die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden. Auch hierzu statistische Angaben:

Von den 70-75-Jährigen sind nur 5% pflegebedürftig,

bei den über 90-Jährigen sind dagegen bereits 62%!

Wer kümmert sich um die Pflegebedürftigen?

Die Alten- und Krankenpflege ist in den ambulanten und den stationären Bereich eingeteilt. Dafür gibt es die entsprechenden Pflegedienste, die auch in Altenheimen, Pflegeheimen und Seniorenresidenzen oder in Einrichtungen, die betreutes Wohnen anbieten, ihren Pflegedienst verrichten. In Deutschland kümmern sich neben den Familienangehörigen rund 11.500 Pflegedienste und 11.000 Pflegeheime mit insgesamt rund 800.000 Beschäftigten um die Pflegebedürftigen. Daneben stehen.

TOP-Versicherungsvergleiche

Mit einem Klick kommen Sie direkt zum Vergleich